Warum Grundlagen wichtig sind!

In einem Gespräch mit einem meiner Azubis habe ich ihn nach der Lösung zu einem gemeldeten Fehler befragt. Das Problem hatte er in rekordverdächtiger Geschwindigkeit gelöst. Gut für den User! Bei Nachfrage mit der Bitte um Erklärung der technischen Hintergründe, erntete ich leere Blicke. Die Antwort hatte Google doch in Windeseile geliefert. Reicht das nicht? Schlecht für den Auszubildenden! In weiteren Gesprächen mit Kollegen und auch Consultants fällt mir leider seit längeren Zeit auf, dass das ein Trend zu sein scheint. Es folgt ein Appell an die Windows-Administratoren, Berater bzw. Consultants und angehenden IT-Fachkräfte in der Windows Administration als Einstimmung auf unsere Grundlagenkategorie!

In Zeiten von Google und Co hat sich die Analyse von Problemen dramatisch verändert. Fehlermeldungen werden nicht mehr interpretiert und im Detail untersucht. Meistens wird nicht einmal mehr ins Eventlog geguckt. Es wird stumpf die Fehlermeldung bei Google und Co. eingegeben und gesucht, ob es Einträge gibt, „die ungefähr passen könnten“ und ausprobiert. Systematische Fehleranalyse? Fehlanzeige! Das funktioniert mit Windows XP und Windows 7 Stand heute natürlich super. Die Systeme sind lange am Markt und viele Probleme wurden bereits behandelt. Eigentlich gibt es kaum noch Themen, die nicht schon irgendwo behandelt wurden. Alles in allem ist das eine ziemlich bequeme Art der Arbeit. Bei Windows 8.x oder Windows Server 2012 R2 wird die Luft dann aber schon deutlich dünner. Bei Spezialthemen, wie zum Beispiel App-V oder dem Sequenzieren von seltenen Anwendungen oder allgemein dem Einsatz neuster Technologien? Fehlanzeige!

Was ist also eigentlich, wenn Google keine passenden Ergebnisse ausspuckt?

„Dann holen wir uns externe Hilfe!“. Mal ehrlich: Soll es das schon gewesen sein? Für mich ist das Berufsbild „IT-Administrator“ mehr als ein „professioneller Keyword-Jongleur“ zu sein. Ich möchte nicht hoffnungslos „wie ein Schwein ins Uhrwerk gucken“, wenn mir jemand „Captures“, „Logfiles“ oder „Traces“ zeigt und erzählt, „dass das Problem doch ganz logisch zu erklären ist“. Unser Anspruch muss es sein, auch mal selber tief einzusteigen und selbst die kleinen Stellschrauben zu identifizieren, an ihnen zu drehen und dem Problem auf die Schliche zu kommen. Lösungen anzubieten, auch wenn es richtig kompliziert wird, und nicht nur zu sagen: „Das geht nicht!“ oder „das ist ein known issue!“

Zugegeben – auch ich google gerne nach Lösungen und lese natürlich auch viele Artikel im Internet bzw. beteilige mich in den einschlägigen Foren. Die Kunst ist es aber, nicht nur Lösungen in Anspruch zu nehmen, sondern auch anbieten zu können. Aus diesem Grund werden wir hier im Grundlagenbereich eine kleine Serie zu unseren beliebtesten Helfern im Alltag starten und den Umgang mit ihnen kurz vorstellen. Anfangen werden wir bei den wichtigsten Microsoft SysInternals Tools, deren versierter Einsatz unserer Meinung nach zu den absoluten Grundlagen der Windows-Administration zählt. Später folgenden dann mit Sicherheit noch andere Tools, aber eins nach dem anderen.

Los geht es mit dem Microsoft SysInternals Process Monitor!

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