Einführung in das Citrix Workspace Environment Management (Norskale) – Teil 3

Nachdem wir im ersten Teil die Architektur und im zweiten Teil die Installation und Konfiguration des Citrix Workspace Environment Management besprochen haben, beschäftigen wir uns im dritten Teil unserer kleinen Beitragsserie mit den Möglichkeiten der System Optimierung und wie wir eine bessere Sitzungs-Performance erreichen können.

Citrix Workspace Environment System Optimierung

Das Citrix Workspace Environment bietet sinnvolle Funktionen, um die System Performance zu optimieren. Grundsätzlich kann hier in drei Richtungen optimiert werden.

  • CPU-Optimierung
  • Speicher-Optimierung
  • IO-Optimierung

Zusätzlich haben wir die Möglichkeit Prozesse zu priorisieren bzw. zu parallelisieren, um weitere positive Performance-Effekte zu erzielen. Die Optimierungen finden stets zur Laufzeit („on the fly“) statt. Der Agent schafft dies, indem er das User-Verhalten ständig analysiert und priorisiert. Im Windows Task-Manager kann man dieses Verhalten wunderbar nachvollziehen. Schauen wir uns die weiteren Konfigurationsmöglichkeiten im Detail weiter an. Hierfür starten wir zunächst die Administrationkonsole des Citrix Workspace Environment Managements.

Übersicht in der Administrationskonsole

Citrix Workspace Environment Management (WEM) System Optimierung – Übersicht / Fast Logoff

Nachdem wir die Managementkonsole gestartet haben, wählen wir, wie im Screenshot beschrieben, den Auswahlpunkt „System Optimization“ aus. Hier stehen folgende Unterpunkte zur Auswahl:

  • Fast Logoff
  • CPU Management
  • Memory Management
  • Io Management
  • Processes Management

 

Citrx WEM Fast Logoff

Die Option „Fast Logoff“ bietet die Möglichkeit eine Benutzersitzung zu trennen und die anschließende Abmeldung im Hintergrund fortzusetzen. Die Magie dieser Funktion besteht also darin einen „Disconnect“ zu erzeugen und die üblichen Logoff-Prozesse auf diesem Wege vor dem Benutzer zu verstecken. Abläufen müssen sie natürlich trotzdem. Das kann nicht in jedem Szenario gewünscht sein und auch gerade im Hinblick auf das Troubleshooting kann es sinnvoll sein, sich den Logoff-Prozess tatsächlich einmal anzugucken und nicht zu verbergen. Wenn das der Fall ist, bietet das Citrix Workspace Environment Management (WEM) die Möglichkeit eine Exclude-Liste zu pflegen. Für diesen Benutzerkreis wird das verhalten dann deaktiviert.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass diese Option nur für XenApp / RDS-Ressourcen zur Verfügung steht.

Citrix WEM CPU Management

CPU Management Settings

CPU Management

Citrix Workspace Environment Management (WEM) CPU Management Settings

Mit dem Setzen des Häkchens bei „Enable CPU Spikes Protection“ (1) aktiviert ihr grundsätzlich die Funktionalitäten auf dieser Registerkarte. Im Detail verhindert ihr mit dieser Konfiguration, dass die jeweiligen Prozesse mehr als die angegebene Prozentzahl an CPU-Ressourcen nutzen, in dem die Priorität heruntergesetzt wird. An dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass der Wert für „CPU Usage Limit“ immer niedriger als die maximale prozentuale Last für eine CPU gesetzt sein sollte. Wenn ihr zwei CPUs habt, sollte der Wert also 49% nicht übersteigen. Bei vier CPUs 24 usw.

„Limit Sample Time“ bestimmt die Dauer, die ein Prozess das „CPU Usage Limit“ übersteigen muss, um eine niedriger Priorität zu erhalten.

Die „Idle Priority Time“ legt die Dauer fest, für die ein Prozess niedriger priorisiert wird.

Mit „Limit CPU / Core Usage“ (2) wird ein Bezug zwischen Cores / CPU in Bezug auf die oben aktivierte „CPU Spike Protection“ hergestellt. Die Option wird aktiviert, wenn das Häkchen in der Citrix WEM Konsole gesetzt ist.

Mit dem Setzen des Häkchens bei „Enable Intelligent CPU Optimization“ (3) aktivieren wir im Citrix WEM Agent die selbstständige und intelligente Verwaltung der Prozesse. Mit dem Aktivieren schaut der Agent welche Prozesse die eingestellten Kriterien triggern und priorisiert diese automatisch um, damit eine optimale Performance möglichst erhalten werden kann.

„Enable Intelligent I/O Optimization“ (4) verhält sich ungefähr analog zur „Intelligent CPU Optimization“. Es wird lediglich die I/O Priorisierung der Prozesse vorgenommen. Bei der CPU-Optimierung wird die „Base Priority“ der CPU-Priorisierung angesprochen.

„Exclude Specific Pricesses“ (5) ist relativ selbst sprechend. Hier könnt ihr wieder eine Ausschlussliste definieren, die von den jeweiligen Priorisierungsmechanismen ausgeschlossen ist. Auffällig ist, dass man den Prozess nicht auswählen kann, sondern den Namen tatsächlich reinschreiben bzw. kopieren muss. Das ist natürlich etwas fehleranfälliger.

 

CPU Priority

CPU Priority

Citrix Workspace Environment Management (WEM) CPU Priority

Auf dem Register „CPU Priority“ habe ich die Möglichkeit manuell Prioritäten zu pflegen. Das würde die intelligente Priorisierung in Teilen aushebeln. Dieses Feature ist also mit Vorsicht zu genießen.

CPU Affinity

CPU Affinity

Citrix Workspace Environment Management (WEM) CPU Affinity

Über die CPU-Affinität kann ich festlegen wie viele CPUs einem Prozess zugeordnet bzw. genutzt werden können. Dies ist eine sehr spezielle Einstellung und sollte ebenfalls mit Vorsicht genutzt werden. Sofern es keine Spezialanforderungen gibt, sollte hier nichts konfiguriert werden. Aktiviert wird diese Funktion durch das Setzen des Häkchens bei „Enable Process Affinity“.

CPU Clamping

CPU Clamping

Citrix Workspace Environment Management (WEM) CPU Clamping

Mit „CPU Clamping“ kann ich forcieren, dass angegebene Prozesse nicht mehr als die festlegten prozentualen Werte nutzen kann. Es ist wichtig zu wissen, dass diese prozentuale Angabe global und nicht „per Core“ zu verstehen ist. Die Funktionalität aktivieren wir wieder über das Setzen des Häkchens. Auch diese Funktion ist mit Vorsicht zu genießen. In der Regel reicht die intelligente Verwaltung absolut aus.

Um ein besseres Gefühl dazu zu bekommen was genau die intelligente CPU-Optimierung macht und wie sich das im Life-Einsatz anfühlt, haben wir ein kleines Video vorbereitet:

Citrix WEM Memory Management

Als nächstes schauen wir uns das Arbeitsspeicher-Management des Citrix Workspace Environment Managements an:

Memory Management

Citrix Workspace Environment Management (WEM) – Memory Management

Durch das Setzen des Häkchens bei „Enable Working Set Optimization“ aktivieren wir das Memory Managements. Technisch werden hier die Anwendungen, die aktuell nicht von einem Benutzer genutzt werden und sich im Status „idle“ befinden, dazu gebracht, den Arbeitsspeicher wieder freizugeben. Das Standardverhalten von Windows ist an dieser Stelle anders.

Über die Optionen „Idle Sample Time“ lege ich die Zeit fest, die eine Anwendung bereits „idlen“ muss.

Der Schwellenwert „Idle State Limit“ beschreibt den CPU-Schwellenwert unter dem die Anwendung laufen muss, um sich im Status „idle“ zu befinden.

Zu guter Letzt habt ihr auch hier wieder die Möglichkeit eine Liste mit Ausnahmen zu definieren. Aktiviert wird diese Liste wieder über das Setzen des Häkchens „Exclude Specified Processes“.

 

Auch für die Speicher-Optimierung des Citrix Workspace Environment Management haben wir wieder eine kurze Life-Demo angefertigt:

Citrix WEM Io Management

I/O Management

Citrix Workspace Environment Management (WEM) – IO Management

Mit Hilfe des I/O Managements des Citrix Workspace Environment Managements können wir die I/O Nutzung optimieren. Sonderlich spannend und umfassend zu erklären ist diese Funktion nicht. Über das Setzen des Häkchens „Enable Process to Priority“ aktiviere ich eine Liste in der ich die Zuordnungen von Prozessen zu Prioritäten pflegen kann. Mehr „Magic“ ist hier nicht enthalten.

Citrix WEM Processes Management

Processes Management

Citrix Workspace Environment Management (WEM) – Processes Management

Die GUI für das Processes Manamgement innerhalb des Citrix Workspace Environments ist aus meiner Sicht leicht inkonsistent. Durch das Setzen des Häkchens „Enable Processes Management“ aktiviere ich lediglich die Blacklists/Whitelists, die ich auf den folgenden Seiten konfigurieren kann. Wenn diese Option nicht aktiviert ist, sind die anderen Einstellungen nicht nutzbar.

Genrell geht es beim Processes Management darum die Ausführung von bestimmten Prozessen zu verhindern bzw. alles zu verhindern und nur definierte Prozesse auszuführen.

Damit kämen wir auch schon zu den Blacklists und Whitelists, die wir an dieser Stelle zusammenfassen möchten. Ich kann jeweils die Liste auf den jeweiligen Reitern aktivieren. Im Anschluss definiere ich die jeweiligen Listen und kann Ausschlüsse definieren. Ausschlüsse können für spezifische Gruppen oder für die lokalen Administrationskonten erfolgen.

Processes Management Blacklist

Citrix Workspace Environment Management (WEM) – Blacklist

Für die Processes-Whitelist ist noch wichtig zu wissen, dass das Aktivieren dieser Funktion automatisch zur Folge hat, dass alle nicht aufgeführten Prozesse auf der Blacklist landen. Definiere ich beim White-Listing Ausnahmen, so können diese Benutzerkreise alle Prozesse ausführen.

Processes Management Whitelist

Citrix Workspace Environment Management (WEM) – Processes Management Whitelist

Zusammenfassung

Benutzer möchten eine gute System-Performance haben. Gerade auf „Termin Servern“ teilen sich mehrere Benutzer die Systemressourcen. Hier passiert es schnell einmal, dass der Arbeitsspeicher knapp wird, weil in einigen wenigen Sitzungen zu viele Browser-Tabs offen sind oder ein zu großes Excel-Dokument geöffnet wurde. Dann packt ein Kollege zusätzlich noch eine Bildersammlung zum ZIP-Archiv und alle Benutzer auf dem System haben Spaß. Die intelligente System Optimierung ist an dieser Stelle ein echter Gewinn. Die Konfiguration ist leicht und die Effekte sind bemerkenswert. An der einen oder anderen Stelle wünsche ich mir in der GUI noch etwas mehr Konsistenz und Komfort, aber das ist eher die Kür als die Pflicht.

Wie sind eure Erfahrungen mit der System Optimierung des Citrix Workspace Environment Management? Habt ihr das schon bei euch oder euren Kunden im Einsatz und wo konnte euch das Tool helfen?

Im nächsten Teil unserer Beitragsreihe geht es um die Konfiguration der Benutzerumgebung und wie wir diese gewinnbringend und einfach anpassen können.

Wir sind gespannt auf eure Erfahrungsberichte!

 

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